Im Deutschen gibt es viele Begriffe, die beschreiben könnten, was ich tue, aber keiner, der mir wirklich gut gefällt.
Da ist jemand krank, und der muss behandelt werden. Ich sehe die Menschen, die zu mir kommen anders: Sie haben ein Problem oder Anliegen und noch keine befriedigende Lösung. Das bestreitet nicht das eventuelle Vorhandensein von Krankheiten, sondern nur, dass man nicht lernen kann, damit umzugehen.
Ratschläge geben. Und wie es so schön heißt: "Ratschläge sind auch Schläge". Natürlich halte ich nicht mit Ideen hinterm Berg, aber es sind Anregungen, die Sie aufgreifen können oder auch nicht. Es muss schließlich zu Ihnen und Ihrem Leben passen, damit es funktioniert.
Einen wechselseitigen Austausch unter Gleichrangigen. Sie sind der Experte für Ihr Leben und ich die Expertin für Veränderungsprozesse. Die Lösung wächst aus dem Austausch. Gespräche kann man natürlich auch ein Kaffeekränzchen nennen - vielleicht wäre der Begriff "Arbeitsgespräche" treffender, aber was für ein unhandlicher Begriff!
Diese erste Sitzung dient dem gegenseitigen Kennenlernen und ist grundsätzlich kostenlos. Dabei geht es darum, miteinander zu klären, ob Sie sich vorstellen können mit mir zu arbeiten und zu schauen, ob meine Arbeitsweise zu Ihrer Fragestellung passt. Außerdem finde ich es hilfreich zu erfahren, was bisher unternommen wurde, um das Problem zu lösen.
Erfahrungsgemäß dient die erste Sitzung vor allem der Zielpräzisierung, um eine Arbeitsbasis zu schaffen. Dabei ist es grundsätzlich möglich, dass das Ziel in jeder Stunde angepasst wird, denn Entwicklung ist ein Prozess, in dem Wachstum möglich sein muss.
In den weiteren Sitzungen wird dann in der beschriebenen Weise klienten-, ressourcen- und lösungsorientiert gearbeitet.
Zu Beginn der Stunde werden in der Regel die Wirkung der Anregungen bzw. die Erfahrungen mit der Umsetzung besprochen und die Aktualität des Ziels überprüft. Dann werden mit Hilfe der beschriebenen Techniken neue Ideen für hilfreiche Veränderungen gesucht. Am Ende der Stunde findet dann die Reflexionsphase und der gegenseitige Austausch statt.
Die „Stunde“ dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten und kostet entsprechend 60 bis 90 Euro. Bei der Arbeit mit mehreren anwesenden Personen hat sich eine längere Stundendauer bewährt. Die Abstände zwischen den Sitzungen richten sich nach der Fragestellung und den Bedürfnissen des/der Klienten und werden individuell ausgehandelt.
Den Hauptteil meiner Arbeitszeit verbringe ich damit, Fragen zu stellen. Mit den Fragen versuche ich
möglichst viele Informationen über die Situation zu bekommen. Dabei sind Sie der Experte für Ihre Situation, denn niemand kennt Ihre Lage so gut wie Sie selbst. Ich bin die Expertin für den Prozess. Ich vergleiche diese Arbeitsweise gern mit der einer Hebamme. Ich kann das „Kind“ nicht für Sie bekommen, aber ich kann ihm heraushelfen. Dieses „Kind“ ist Ihre Lösung des Problems. Außerdem erfahre ich auch etwas über die Funktionsweise des Systems, in dem Sie handeln, sei es innerpsychisch oder im Außen. Diese Sichtweise nennt sich „systemisch“.
Ihre Ressourcen zu erkennen. Oft ist meinen Klienten gar nicht bewusst, welche Fähigkeiten sie haben. Daran möchte ich mit Ihnen arbeiten, denn nichts ist selbstverständlich oder banal, und oft gelingt es, Ihre Stärken von einer Situation auf die andere zu übertragen.
hilfreiche Ausnahmen und damit Hinweise auf eine mögliche Lösung zu finden denn oft sind in Ausnahmen und Unterschieden schon die ersten Schritte in die gewünschte Richtung versteckt!
Die Fragen dienen nicht dazu, Sie zu analysieren. Wenn ich etwas analysiere, dann ist es mit Ihnen gemeinsam die Situation.
Es gibt bei der Beantwortung auch kein „richtig“ oder „falsch“, sondern nur ein „so ist es“.
Natürlich kann jede von mir gestellte Frage, jede Bemerkung, jedes innere Bild und jedes Beispiel als Anregung genutzt werden. Am Ende der Sitzung versuche ich dann mit Ihnen gemeinsam herauszufinden, was Sie davon mitnehmen wollen und bis zur nächsten Sitzung anschauen oder ausprobieren wollen. Diese Anregungen können Denkanstöße, Beobachtungsaufgaben, kleine Experimente oder neue Handlungen sein. Dabei entscheiden Sie selbst, was Ihnen hilfreich erscheint. Es kann auch sein, dass Ihnen nach der Sitzung plötzlich etwas anderes ausprobieren möchten – das ist in Ordnung!
Oder dass sich die Gelegenheit ergibt, etwas aufzugreifen, was in der Stunde noch nicht im Vordergrund stand. Diese Arbeitsweise nennt sich „klientenzentriert“: Es geht um Ihre Ziele und das, was Ihnen hilft. Wichtig ist nur, dass Sie aus jeder Stunde etwas für sich mitnehmen, umsetzen und neue Erfahrungen sammeln können. Wobei auch das Nicht-Gelingen einer Veränderung wertvolle Informationen liefert über den weiteren Weg.
Kurz vor Ende der Stunde gibt es eine kurze Reflexionsphase, in der Sie und ich unabhängig voneinander das Gesagte überdenken. Sie können sich in dieser Zeit z.B. überlegen, welche Anregungen für Sie hilfreich oder interessant waren, sich Notizen machen oder einfach nur entspannen. Ich nutze diese Zeit, um zusammenzufassen, mir Anregungen zu überlegen und zu schauen, welche Ihrer Ressourcen Ihnen aus meiner Sicht weiterhelfen könnten. Im Anschluss an diese Phase erfolgt ein gegenseitiger Austausch über das, was in der Stunde passiert ist und wie es weitergehen könnte.